Definition
Der Energiekennwert beschreibt den Energieverbrauch oder -bedarf einer Immobilie je m² Wohnfläche und Jahr (kWh/m²·a). Seit der ImmoWertV 2022 ist die energetische Qualität ausdrücklich als Wertfaktor zu berücksichtigen — ein Tribut an die zunehmend wichtigen Klimaschutz- und Betriebskosten-Aspekte.
Quellen für den Energiekennwert
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Energieausweis (Pflicht beim Verkauf) | Endenergiebedarf / Endenergieverbrauch |
| Energieeffizienzklasse | A+ bis H (Skala wie bei Hausgeräten) |
| Heizverbrauchsdaten | aus Abrechnungen der letzten 3 Jahre |
Typische Werte (kWh/m²·a)
| Effizienzklasse | Endenergiebedarf | Typisches Gebäude |
|---|---|---|
| A+ | < 30 | Passivhaus, Neubau (KfW 40) |
| A | 30 – 50 | Niedrigenergiehaus |
| B | 50 – 75 | Neubau Standard 2024 |
| C | 75 – 100 | gut saniert |
| D | 100 – 130 | teilsaniert |
| E | 130 – 160 | älter, ungedämmt |
| F | 160 – 200 | sanierungsbedürftig |
| G | 200 – 250 | hoher Bedarf |
| H | > 250 | sehr hoher Bedarf |
Wertfaktor in der Bewertung
Energetisch gute Klassen (A bis C) haben einen Wertbonus von 5–15 % gegenüber dem Markt-Standard. Sehr schlechte Klassen (F bis H) haben einen Abschlag von 10–25 %, weil hohe künftige Sanierungskosten erwartet werden.
Häufige Fragen
Brauche ich beim Verkauf einen Energieausweis? Ja, Pflicht nach GEG. Verstöße können bußgeldpflichtig sein.
Beeinflusst die Sanierungspflicht den Wert? Ja, ab Effizienzklasse F gilt teilweise eine Sanierungspflicht beim Eigentümerwechsel (GEG § 47).
Quellen: GEG · ImmoWertV § 4 · Stand Juni 2026.