Definition
Das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG) regelt die Besteuerung von Vermögensübergängen durch Erbschaft oder Schenkung in Deutschland. Es definiert Freibeträge, Steuerklassen und Tarife — und ist damit für Immobilien-Erbschaften die zentrale Norm.
Freibeträge (§ 16 ErbStG)
| Verhältnis | Freibetrag |
|---|---|
| Ehegatten, eingetragene Lebenspartner | 500.000 € |
| Kinder | 400.000 € |
| Enkel (Kind verstorben) | 400.000 € |
| Enkel (Kind lebt) | 200.000 € |
| Urenkel | 100.000 € |
| Eltern und Großeltern bei Erbschaft | 100.000 € |
| Eltern und Großeltern bei Schenkung | 20.000 € |
| Geschwister, Nichten, Neffen | 20.000 € |
| Sonstige (Freunde, Verlobte) | 20.000 € |
Freibeträge werden alle 10 Jahre erneut in Anspruch genommen werden können.
Steuerklassen und -sätze (§§ 15, 19 ErbStG)
| Klasse | Personenkreis | Steuersatz |
|---|---|---|
| I | Ehegatten, Kinder, Enkel, Eltern (bei Erbschaft) | 7–30 % |
| II | Eltern (bei Schenkung), Geschwister, Nichten, Neffen | 15–43 % |
| III | sonstige Personen | 30–50 % |
Der Satz steigt mit der Höhe des steuerpflichtigen Erwerbs.
Sonderregelungen für Immobilien
- Familienheim (§ 13 Abs. 1 Nr. 4b ErbStG) — bei Selbstnutzung durch Ehegatten oder Kinder (≤ 200 m²) steuerfrei
- Vermietete Wohnimmobilien — 10 % Abschlag auf den Bewertungswert
- Betriebsvermögen — Verschonungsabschlag bis 100 % bei Fortführung
§ 198 BewG-Gegenbeweis
Liegt der vom Finanzamt ermittelte Bedarfswert über dem Verkehrswert, kann der Steuerpflichtige mit einem qualifizierten Gutachten nach § 198 BewG den niedrigeren Wert nachweisen.
→ Ausführlich im Ratgeber Verkehrswert bei Erbschaft.
Häufige Fragen
Wann wird Erbschaftsteuer fällig? 3 Monate nach Kenntnis vom Erbfall ist eine Anzeige beim Finanzamt fällig. Die Steuerfestsetzung erfolgt nach Bewertung.
Quellen: ErbStG · §§ 9, 16, 19 ErbStG · Stand Juni 2026.