Definition
Der Lagewert einer Immobilie ist der Wertbeitrag, der ausschließlich aus der Lage resultiert — also unabhängig von Größe, Zustand und Ausstattung. Er ist das Aggregat aus Mikro- und Makrolage und macht in deutschen Großstädten häufig 30–70 % des Verkehrswerts aus.
Lagewert-Bestandteile
- Bodenwert — direkt aus dem Bodenrichtwert
- Lage-Aufschlag im Sachwertfaktor — über das Verfahren
- Lage-Anpassungen im Vergleichswertverfahren — über Auswahl ähnlich gelegener Objekte
Lagewert-Anteil am Verkehrswert
| Immobilienart | Lagewert-Anteil |
|---|---|
| Innerstädtische ETW (Top-Lage) | 50–70 % |
| EFH (Standard-Lage) | 30–45 % |
| EFH (Premium-Lage) | 45–60 % |
| Ländliche Immobilie | 20–35 % |
| Industrieimmobilie | 10–25 % |
Bedeutung beim Verkauf
Der berühmte Makler-Spruch „Lage, Lage, Lage” hat einen quantifizierbaren Hintergrund: In Top-Lagen ist der Wertbeitrag der Lage höher als der Substanzwert des Gebäudes — gesellschaftlich-strukturelle Faktoren wiegen schwerer als die Bausubstanz.
Häufige Fragen
Kann der Lagewert sinken? Ja — Strukturwandel, Verlust von Arbeitsplätzen, Infrastrukturentscheidungen können einen Stadtteil entwerten.
Quellen: ImmoWertV · Stand Juni 2026.