Definition
Der Marktanpassungsfaktor ist ein Sammelbegriff für die vom Gutachterausschuss aus der Kaufpreissammlung abgeleiteten Faktoren, die den technisch ermittelten Wert einer Immobilie an die reale Marktlage anpassen. Konkrete Erscheinungsformen sind:
| Verfahren | Marktanpassungsfaktor |
|---|---|
| Sachwertverfahren | Sachwertfaktor |
| Ertragswertverfahren | Liegenschaftszins (indirekt) |
| Bodenwertermittlung | Umrechnungskoeffizienten (Größe, GFZ, Zuschnitt) |
| Vergleichswertverfahren | Zu-/Abschläge für Objektabweichungen |
Wozu Marktanpassungsfaktoren?
Reine Sach-, Ertrags- oder Vergleichswerte sind methodisch ermittelt — sie spiegeln nicht zwingend den Markt. Marktanpassungsfaktoren bringen die Bewertung an die tatsächlichen Kaufpreise zurück und sind daher unverzichtbar für eine realistische Verkehrswertermittlung.
Datenquelle
Alle Marktanpassungsfaktoren entstehen aus der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses. Sie werden jährlich im Immobilienmarktbericht veröffentlicht — getrennt nach Lage, Objektart und ggf. Wohnungsart.
Häufige Fragen
Sind Marktanpassungsfaktoren in der ImmoWertV geregelt? Ja — §§ 14, 21, 36 ImmoWertV regeln die Datenanforderungen und Ableitungslogik.
Wer veröffentlicht die Faktoren? Der zuständige Gutachterausschuss, jährlich, jeweils im Immobilienmarktbericht oder über zentrale Plattformen (in NRW: AKS NRW).
Quellen: ImmoWertV §§ 14, 21, 36 · Immobilienmarktberichte · Stand Juni 2026.